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Rotterdam – Europas ehrlichste Wundertüte! ( Teil 1 v. 2)

Eine Wundertüte ist eine verschlossene runde oder rechteckige Tüte aus Papier, die man käuflich erwerben kann und in der sich eine oder mehrere sogenannte Überraschungen befinden.

 

So war auch meine Erwartungshaltung, als ich mich heute in der Früh in Richtung Rotterdam begab. Rotterdam war für mich immer der Inbegriff einer riesigen Hafenstadt, eine Industriemetropole, wo kosmopolitische Werte keine großen Rollen spielen, und wo viele Stadtteile dem früheren Ruf voraus, lieber nicht erkundet werden möchten.

 

 

Das Äußere einer Wundertüte ist meist unscheinbar. Sie weckt stets den Wunsch nach einer besonderen Überraschung.

 

Angekommen, fahre ich den östlichen (grünen) Teil der Stadt, heute leider extrem bewölkt, aber ich komme vor lauter Staunen kaum auf Kilometer. Was mich hier erwartet übersteigt wie Lichtgeschwindigkeit meine Voreingenommenheit, und mein Herz entdeckt wie im Trance eine Stadt, die auf bester „New Brave World“ Manier ein Europa präsentiert welches ich mir immer gewünscht habe.

 

Rotterdam befindet sich bis heute noch in einem Tabula Rasa

Keine Erzählung über Rotterdam kommt ohne jene zehn Minuten am 14. Mai 1940 aus, in denen die Innenstadt von Rotterdam von Flugzeugen der Deutschen Luftwaffe dem Erdboden gleich gemacht wurde. Schon unmittelbar nach der Zerstörung der Stadt gab es einen Wiederaufbauplan. Man entschied sich für die radikal moderne Stadt mit ihrer Trennung von Arbeit, Wohnen und Vergnügen. Rotterdam befindet sich bis heute noch in einem Tabula Rasa, und überall entstanden oder entstehen gigantische architektonische Bauwerke die seines Gleichen suchen. Es ist extrem multikulturell, liberal und hat durch seine künstlerischen Aspekte eine wahnsinns Mischung aus „Alt und Neu“ geschaffen.

 

 

Die Erasmosbrücke, das (neue) Wahrzeichen von Rotterdam überragt wie ein Schwan neben der Willemsbrücke, dahinter die mächtigen Hochhäuser und dazwischen immer noch alte Gebäude die weltweit Geschichte schrieben. Die Skyline: Liebe, noch vor dem ersten Blick!

 

 

Im Falle eines belanglosen Inhalts der Wundertüte, mit der Hoffnung auf etwas Besseres – kann der Glücksmoment jedoch jederzeit, durch Kauf einer neuen Tüte ständig wiederholt werden.

 

Dann erlebe ich aber doch noch mein „Blaues Wunder“

 

Oh ja, ich bin quasi im Kaufrausch. Wie auf einem Abverkauf belade ich meinen Einkaufswagen mit Eindrücken, unabhängig von Qualität und Quantität, nur mit dem Ziel etwas zu erhaschen was mich überrascht, und nicht wie so oft in Wundertüten (en)täuscht. Gerade mit dem Rad erhält man auf den vorbildlichen Radwegen und Tunnel einen sensationellen Überblick. Dann erlebe ich aber doch noch mein „Blaues Wunder“. Es ist die Zeit, die mir den Abschied von Rotterdam schneller als gewünscht nahebringt.

 

 

 

 

Fazit : Rotterdam, eine Stadt ohne Täuschung, eine Stadt so wie sie ist. Jung, modern, experimentierfreudig, kosmopolitisch. So geht Europa! Ich freue mich auf Teil 2 🙂

 

 

 

 

Total distance: 44.7 km
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