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Wer wird denn gleich in die Luft gehen? 

Wer wird denn gleich in die Luft gehen?  Manchmal sind Dinge recht einfachnahezu banal. Grundvoraussetzung ist, man weiß wie es geht! Immer wieder erlebe ich auf meinen Fahrten, dass bei einer Panne viele Radfahrer bereits mit dem Aufpumpen eines Reifens überfordert sind. Wo sich das „Flicken des Reifens“ nahezu als selbstverständlich durchgesetzt hat, beginnen beim Aufpumpen (nicht nur bei einer Panne) viele Fragen. Viele „Wissende“ machen daraus gerne unnötigerweise ein Geheimnis.

 

 

Der richtige Reifendruck
Auf der Flanke eines jeden Reifens steht nicht nur die tatsächliche Größe, vielmehr auch die technischen Angaben mit wie viel Druck der Reifen aufgepumpt werden kann. Einen „Richtigen“ Reifendruck gibt es eigentlich nicht. Körpergewicht, Qualität des Reifens oder die persönlichen Vorlieben spielen eine nicht unwichtige Rolle. Hier gilt es unter den Vorgaben des Reifenherstellers seine persönlichen Vorlieben ein wenig zu Testen.

Generell könnte man aber sagen:

Hoher Luftdruck = geringer Rollwiderstand
Rad läuft leichter, vermindert den Verschleiß und die Anfälligkeit zu einer erneuten Panne. (z. B. auf ebenes Gelände)

Geringer Luftdruck= hoher Rollwiderstand
Erhöht den Verschleiß, steigert aber den Federungskomfort und die Bodenhaftung (z. B. im unebenen Gelände)

 

In meinem Beispiel auf dem Foto sind 3 Maßeinheiten aufgeführt:

PSI: Pound-force per square inch (Ein altes Maß für Druck im amerikanischen Raum verbreitet)
(Auf dem Foto: 30 – 80)

kpa: Kilopascal (vereinfacht: Welche Drucklast das Material aushält)
(Auf dem Foto: 200 – 560)

bar: (vereinfacht: Luftdruck)
(Auf dem Foto: 2,0 – 5,6)
 

Bei der Verwendung einer Standpumpe ist meist ein Manometer verbaut. Dort sind verschieden Skalen hinterlegt, sodass fast jeder Reifen unter Berücksichtigung der MIN und MAX Angaben aufgepumpt werden kann. Auch gibt es auf dem Markt Handpumpen, die ebenfalls ein Manometer verbaut haben. Diese eigenen sich gut für den portablen Einsatz.

 

Das Minimum und Maximum auf dem Reifen sollte auf keinen Fall unter- bzw. überschritten werden. Fährt man mit zu wenig Luft, wird der Reifen durch die ständigen Walkkräfte (Walken ist die Verformung von Werkstoffen) zu sehr beansprucht, was kurzfristig ein Sicherheitsmerkmal darstellt. Fährt man mit zu viel Luftdruck, könnte der Reifen ebenfalls schneller einen Schaden erleiden.

Die Ventile
Die Ventile stellen auch ganz gerne eine Hürde dar. Es gibt unterschiedliche Typen, die aber alle einfach zu bedienen sind.

Das Autoventil / Schraderventil Maximaldruck: 6 bar
Mountainbike / Trekkingbike

Vorteil: Es lässt sich fast überall (z. B. Tankstelle) ohne Adapter aufpumpen.
Nachteil: Mit einer Handpumpe lässt sich nur der geringste Maximaldruck erzeugen

Der Luftpumpenanschluss sollte möglichst weit über das Ventil hinübergeführt werden, da ein kleiner Bolzen das Ventil öffnet. Auch muss der Luftpumpenanschluss gerade aufgesetzt werden, damit keine Luft an den Seiten entweichen kann.

 

Das französische Ventil / Sclaverand-Ventil Maximaldruck: 15 bar
Rennrad / Tourenbike / Mountainbike

Vorteil: In verschieden Größen erhältlich, hohe Druckbeständigkeit
Nachteil: Wird ein hoher Druck benötigt, (z. B. Rennrad 9Bar +) kann dieser durch einer Handpumpe oder an der Tankstelle nicht ausreichend stark gepumpt werden.

Bei dem Sclaverand-Ventil ist zu beachten, dass die kleine Rändelschraube am Ventilschaft komplett geöffnet wird und das man wärend dem Pumpen den Mechanismus nicht verbiergt. Nach dem Pumpvorgang muss die Rändelschraube wieder komplett zugedreht werden.

 

Blitz Ventil / Dunlop Ventil Maximaldruck: 6 bar
Citi-Bike / Hollandrad

Vorteil: Aufpumpen mit weniger Kraft, herkömmlich Luftpumpe, das Ventil ist separat austauschbar.
Nachteil: Werden gerne geklaut oder sabotiert, nicht an jeder Tankstelle aufzupumpen.

Beim Blitzventil hat man relativ wenig zu beachten. Da die eingeführte Luft über ein Rückschlagventil gesichert ist, ist ein entweichen während des Pumpvorgangs nahezu ausgeschlossen.

Luftpumpenanschluss
Moderne Luftpumpen haben einen sogenannten Doppel–Anschluss (Dual). Damit lässt sich ein jeder Reifen über die 3 VentilTypen aufpumpen.

 

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