Radpilgerwege Rhein Maas

Radpilgerwege Rhein Maas – Etappe 1 v. 10

Radpilgerwege  Rhein Maas  – Etappe 1 v. 10 Gerade der Niederrhein lädt dazu ein, die Pilgerwege mit dem Rad zu erkunden. Der Jakobsweg ist wahrscheinlich der bekannteste Pilgerweg unserer Zeit. Seit vielen tausend Jahren wandern auf ihm Pilger zum Grab des Apostels Jakobus im spanischen Santiago de Compostela. Dies ist die berühmteste Etappe des Weges. Es gibt jedoch nicht nur DEN EINEN Jakobsweg, sondern viele weitere. Pilgern ist ein weiter Begriff, der verschiedenartig ausgelegt werden kann. Ich radle diese Strecke, weil sie mir Freude bereitet. Sie führt mich durch die kleinen Ortschaften und zeigt mir die Landschaft auf tollen Wegen, die vielleicht nicht immer meine erste Wahl gewesen wären. Das ist schön, denn es gibt viel zu Entdecken!

Wer gerne als offizieller Pilger aktiv sein möchte, der kann sich für allgemeine Informationen für z.B einen Pilgerausweis am besten direkt an die wenden. 

 

 

 

 

Erkennungszeichen aller Jakobswege ist die Pilger- oder Jakobsmuschel. Sie dient auch zur Ausschilderung und ist in allerlei Variationen am Wegesrand zu finden. Einen offiziellen Pilgerausweis erhalten Interessierte bei der Deutschen St. Jakobus-Gesellschaft. Dieser Ausweis ist keine Pflicht, aber vielleicht ein schöner Ansporn.

Ich beginne die Tour in den Niederlanden. Start ist die kleine Ortschaft Millingen a.d. Rhein. Das Wetter ist alles andere als auf meiner Seite. Es ist düster, grau und regnerisch. Da, wo normalerweise im Sommer die Fähre (NL: Veer) im gefühlten Minutentackt die Fußgänger oder Radfahrer über den Rhein bringt, ist es heute menschenleer. Die Fähre ist nicht in Betrieb und der Regen peitscht mir, angetrieben durch den böigen Wind, permanent dicke Tropfen ins Gesicht.

 

 

Ich folge der kleinen an einem Schild aufgeklebten Jakobsmuschel-Aufkleber und komme schnell in die Innenstadt von Millingen a.d. Rhein. Die roten Pflastersteine auf der Straße surren im Takt unter meinen Reifen und nach ein paar Kurven befinde ich mich auf einen Deich, der den Blick von oben auf dem Rhein zulässt. Obwohl: Rhein ist eigentlich falsch, denn kurz hinter Millingen teilt sich der Rhein. 2 Drittel behalten Ihre Flussrichtung mit dem Namen Waal, das letzte Drittel wird zum Pannerdensche Kanal.

 

 

Über einen für Radfahrer angelegten Deich treffe ich auf die kleine Ortschaft Kerkerdom. Schon von weiten werden die Einheimischen und die Touristen von der St. Laurentius Kirche begrüßt. Diese Kirche hat etwas Besonderes: Sie liegt als einzige Kirche in den Niederlanden außerhalb des umdeichten Gebiets! – Überschwemmung vorprogrammiert! Das Kederdomer Ward, auch Millingerwaard genannt, ist Teil des Naturschutzgebietes De Gelderse Poort in der Düffel. Schon viele Radtouren habe ich in der Region Kerkerdoom gemacht. Das Gebiet hat eine magische Anziehungskraft und wer ein wenig Zeit mitbringt, wird diese wunderbare Region schnell lieben lernen. HIER ein paar Tourenvorschläge.

 

 

Die Region rund um den Gelderse Poort ist berühmt für die Ziegelherstellung. Auch heute noch befinden sich bekannte Ziegeleien in der Region. Neben der Ziegelsteinherstellung besticht die Region durch ihren Obstanbau. Jetzt im Winter sehen die Apfelfelder jedoch recht trist aus.

 

 

Ich verlasse nach ein paar Kilometer wieder den Deich und gelange, nach dem ich eine stark befahrende Landstraße passiere, zu der „De Thornsche Molen“. Diese wunderschöne Mühle ist auch ein beliebtes Restaurant. Im Sommer ein echter HOTSPOT.

 

 

Hier als Tipp ( und Link) der Wander- und Radweg mit dem Namen  –>  „75 Jahre Freiheit“ <– . Er umschreibt die Gegebenheiten kurz vor bzw. kurz nach des 2. Weltkrieges rund um der Thornschen Mühle, der Region Zyfflich und dem Wylerbergmeer.

 

Ich fahre weiter in Richtung Zyfflich und passiere den alten Grenzübergang. Die St. Martinskirche ist nicht zu übersehen. Wie ein Fels in der Brandung thront sie direkt am Ortseingang. Zyfflich ist bekannt durch seine Störche, die schon seit vielen Jahren immer wieder das Dorf aufsuchen. Kurioses über Zyfflich: Zyfflich ist der letzte Eintrag im deutschen Postleitzahlenbuch- In Zyfflich befindet sich der am niedrigsten gelegene Geländepunkt in Nordrhein-Westfalen – Von 1794 bis 1810 war Zyfflich das nördlichste Dorf Frankreichs.

Hat man Zyfflich den Rücken gekehrt, so führt eine lange gerade Straße aus dem Dorf. Von weiten sieht man schon die Grenz -Ortschaft Wyler. Wyler wurde bereits in der römischen Zeit gegründet und auf einem Berg steht die „neue“ und „alte“ Kirche. Von der Kirche aus hat man einen herrlichen Blick in die Düffelt.

 

 

Ich radle etwas abseits der Verkehrsstraße. Schnell ist die nächste Jakobsmuschel gefunden die mich zum Ziel der heutigen Etappe führen wird. Von weiten sehe ich die Spitze der St. Peter und Paul Kirche in Kranenburg. Kranenburg war einst ein bedeutender Wallfahrtsort!

>>Der Legende zufolge soll ein Hirte aus dem Neuenhof bei Kranenburg zu Ostern 1279 oder 1280 eine konsekrierte Hostie in einen Baum im Reichswald fallen lassen haben; bei der Fällung dieses Baumes 1308 sei dann der Korpus gefunden und in der Kirche von Kranenburg aufgestellt worden, wo er schnell zum Ziel zahlreicher Pilger wurde. Historisch nachweisbar ist die Kreuzverehrung in Kranenburg seit dem Ende des 14. Jahrhunderts; ihren Höhepunkt erreichte sie in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts, als die Spendengelder den Bau einer großen dreischiffigen Kirche ermöglichten, an die 1436 auch das Martinsstift aus dem Dorf Zyfflich verlegt wurde.Im 16. Jahrhundert kam die Wallfahrt zeitweise zum Erliegen, nachdem Herzog Wilhelm V. das Kreuz auf die Klever Burg hatte bringen lassen. In der Frühen Neuzeit war die Kranenburger Wallfahrt insbesondere für Katholiken aus den protestantisch dominierten Niederlanden attraktiv; so ist auch die 1666 erschienene Geschichte der Kranenburger Kreuzverehrung des Stiftsdekans Johannes van Wanray (Historia S. Crucis Cranenburgensis ofte Grondelicke beschrijvinge van’t oude mirakeleuse Cruys-Beelt tot Cranenburch, Digitalisat) in niederländischer Sprache verfasst. Seit dem 19. Jahrhundert erlebte die Wallfahrt einen erneuten Aufschwung; zu den Höhepunkten gehörten die Jubiläumsfeiern von 1808 und 1908 und die Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg. 2008 beging die Kranenburger Pfarre das 700-jährige Jubiläum der Kreuzwallfahrt. Die Kreuzprozession findet jährlich am ersten Sonntag nach Kreuzerhöhung (14. September) statt.<< Quelle: Wikipedia

 

 

Kranenburg hat eine schöne kleine Altstadt. Wer Zeit hat, sollte einen kleinen Abstecher über den Rütterswall machen und mit ein bisschen Glück, hat auch der alte Mühleturm geöffnet.

 

 

 

Fazit: Etappe 1 ist eine tolle Strecke. Beginnend in den Niederlanden führt sie über die Niederungen an vielen kleinen Grenzortschaften vorbei. Kranenburg ist das Etappenziel. Klasse!

 

Gesamtstrecke: 20.2 km
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