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Nürburgring – Pimp my Ride!

Nürburgring – Pimp my Ride! Es gibt Tage, da ist auf einer Radtour die Landschaft nicht alles, was das Fahrradherz beflügelt. Neben der Tatsache, dass ich zu zweit eine Tour mache, sollte auch ein wenig Action auf der Tagesordnung liegen. Nürburg in der Eifel wurde das heutige Ziel – und nichts bietet sich dabei mehr an, als den legendären Nürburgring zu besuchen! Nürburg selbst ist paradoxerweise ein staatlich anerkannter Luftkurort. Selbst nennt es sich anspruchsvoll „Schmelztiegel“ zwischen Natur und Technik, dabei stets umgeben von waldreicher Natur und internationalen Motorsport. Und als wortwörtlicher Höhepunkt: Die Nürburg, mit 678 m Höhe die höchstgelegene Burg in Rheinland-Pfalz.

 

 

Gestartet wurde in Hoffeld. Schnell ließen wir das Dörfchen hinter uns und schon nach ein paar Minuten befanden wir uns auf freiem Feld – mit der Frage: Darf man da überhaupt Fahren? Damit wir nicht planlos oder stumpf den GPX Signalen folgen, hatten wir uns im Vorfeld für eine offizielle ausgeschilderte MTB Route entschieden. Der exakte Name lautet: Radarena am Ring BULLS Waterproof MTB Tour 3. Mit 47,6 km Gesamtstrecke und 611 hm ist sie in der Kategorie S3 „schwer“ eingegliedert, was aber mit den heutigen E-MTB locker zu schaffen ist.

 

Dank der sehr guten Beschilderung würde unsere Frage schnell gelöst, und nach dem Motto „Wer lesen kann ist klar im Vorteil“ flogen wir entlang der Ahr ins Ahrthal bei Müsch. Charakteristisch auf der Strecke: die pittoreske Felslandschaft die während der Fahrt ein stetiger Begleiter ist.

 

 

Von Müsch über Wirft geht es dann stetig bergauf. Dabei kann man sich viel Zeit für die einzelnen Eifel – Panoramen mit Ihren unterschiedlichen wunderschönen Sichtachsen nehmen.

 

 

Das Wetter ist heute Königsklasse – nahezu perfekt. Ein paar Kilometer hinter Wirft, dann endlich im Hintergrund die ersten aufjaulenden Motoren. Wir erreichen den Aremberg mit seiner Postbrücke. Ein erster erhaschter Blick auf die Fahrzeuge ermutigt uns jedoch, den Streckenverlauf für einen kleinen Abstecher zur „Fuchshöhle“ zu verlassen.

 

 

Aus der Sicht eines Fahrers auf dem Teilabschnitt der Nordschleife könnte man die Fuchshöhle wie folgt beschreiben:

>>Das Bergabstück der Fuchsröhre um Kilometer 6 mit wenig Lenkeinschlägen möglichst gerade durchfahren. Die leichte Linkskurve (L-12) in der Senke ein wenig links von der Mitte der Fahrbahn anfahren. Nach der Kompression in der Senke an den rechten Fahrbahnrand heraustragen lassen. Die zweite Linkskurve (L-13) von außen anfahren und im Scheitelpunkt bis über die Kerbs hereinziehen und nach der Kurve links bleiben.

 

 

In die Rechtskurve (R-11) von sehr weit außen einfahren und im Kurvenausgang ein wenig rechts von der Mitte der Fahrbahn halten. Die Geschwindigkeit für die weitere Kurvenkombination im langsameren Streckenabschnitt Adenauer Forst reduzieren.<<Quelle: Nordschleife erfahren: Fuchsröhre und Adenauer Forst. Die Ideallinie der Nordschleife in den Abschnitten Fuchsröhre und Adenauer Forst.

 

Aus der Sicht eines pausierenden Radfahrers am Zuschauerzaun:

>>RÖÖÖÖÖMMM-MÖÖÖÖÖ-WRRRUMMMM<< Quelle: Live Situation ganz nach dem Motto: Weißt de Bescheid, wa!

 

Wer nähere Informationen bezüglich der Streckenführung erhalten möchte, kann sich gerne >>HIER<< das Handbuch mit Streckenplan zur Nordschleife im PDF Format herunterladen.

 

Wieder zurück zur Postbrücke fahren wir ein wenig entlang der Strecke, stoßen auf das Schwendenkreuz, staunen über die Nürburg wie sie in der Ferne im Sonnenlicht über die Landschaft „thront“ und passieren die Streckenabschnitte Flugplatz, die Quiddelbacher Höhe sowie Hocheichen und Hatzenbach.

 

 

Angekommen in Nürburg protzt auch schon auf 599hm das Epizentrum der Rennsport-Atmosphäre, – die Ring Arena. Von Trubel kann jedoch keine Rede sein, trotz Ferienzeit ist sehr ruhig. Die Gaststätten die eigentlich zum Einkehren einladen haben geschlossen. Lediglich ein in Bronze gegossener Silberpfeil ermutigt den einen oder anderen Passanten zu einem Souvenirfoto. Etwas weiter im Hintergrund, die trostlose ring°racer – die theoretisch schnellste Achterbahn der Welt, die ihre 217 Km/h jedoch nie erreicht hat.

 

 

>>ring°racer am Nürburgring war eine Stahlachterbahn vom Modell High-Thrill Coaster des Herstellers S&S Power. Als Teil des Projektes Nürburgring 2009 sollte die Achterbahn am 15. August 2009 für das Publikum eröffnet werden, nachdem mit Prominenten schon beim Formel-1-Rennen 2009 eine symbolische langsame Eröffnungsfahrt durchgeführt wurde. Wegen technischer Probleme und unzureichender Sicherheitskonzepte konnte die Achterbahn ihren Fahrbetrieb jedoch erst ab dem 31. Oktober 2013 aufnehmen. Am 3. November 2013 fanden nach nur vier Tagen und rund 2000 Fahrgästen die letzten Fahrten für Besucher statt.<<Quelle Wikipedia

 

Auch ich lasse mich noch schnell im legendären (Bronze) Silberpfeil fotografieren bevor wir weiter unsere MTB Tour 3 fortsetzten. Es beginnt eine lange Abfahrt zur parallel gelegenen Südschleife. Auch wenn die Bäume die Sicht zur alten Schleife verhindern, hätte man kaum Chancen sie zu Betrachten. Zu sehr ist man bei der Abfahrt auf sich selbst konzentriert. Das „Spiel“ entgegen der Schwerkraft begleitet uns eine ganze Weile, sodass wir die Dörfer Müllenbach und Bauler im Naturpark der Natureifel ohne nennenswerte Passagen mitnehmen. Kurz vor Borler heißt es dann aber wieder strampeln bis wir die Ortschaft Nohn von der Südseite passieren.

 

 

Kurz hinter Nohn gibt es einen sehr steilen „mini“ Trail-Abschnitt. Abgelenkt von einem Baumstumpf passierte dann das unvermeidliche – wie in Zeitlupe durfte ich meinen ersten Sturz (überhaupt) quasi aus der dritten Perspektive miterleben. Um es kurzzumachen: Ich wusste in genau diesem Moment, das ich fallen werden – ich merkte, wie ich fiel und nichts daran ändern konnte. Es dauerte irgendwie ewig – doch dann: Wie ein Michelinmännchen mit Rucksack auf dem Rücken lag ich fast hilflos auf dem Hang ehe ich mich wieder aufrappeln konnte.

Am Fuße des Hangs fährt man noch ein wenig durch den Wald, bis man schließlich den Touristenmagnet „Wasserfall Dreimühlen“ erreicht. Hier sind es nicht die Sportwagen die die Naturidylle unterbrechen, sondern mehr die vielen spielenden Kinder. Es ist schön anzusehen, wie ein Wasserfall so viel Freude bereiten kann.

 

 

Wir überqueren eine kleine Brücke, und nähern uns dem wohl steilsten Anstieg auf der gesamten Tour. Durch seiner Kürze ist der Anstieg wirklich extrem – und ja ich gebe zu: Das letzte Drittel wurde geschoben – was sehr wahrscheinlich wesentlich anstrengender als das Fahren selbst war.

 

 

Bis Taufenseifen geht es jedoch wieder schön bergab durchs Ahrgebierge und nach ca. 2 kräftigen Anstiegen werden wir mit einem tollen Ausblick auf das Hoffelder Kopp, einer ehemaligen Basaltabbau-Grube die mit Wasser gefüllt ist belohnt.

 

 

Dieser Anblick beendete auch die heutige Tour, denn nach ein paar Hundert Metern waren wir wieder am Startpunkt in Hoffeld angekommen.

 

 

 

Fazit: 

Die MTB3 Tour ist eine wunderschöne Strecke die viel Abwechslung bietet. Gerade die Kombination zwischen Panorama, kleinen Trails und Motorsport machen die Strecke für mich unvergesslich

 

 

 

 

Total distance: 48.13 km
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