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Maas & Waal – Irgendwo zwischen Endsommer und Herbstbeginn

Maas & Waal – Irgendwo zwischen Endsommer und Herbstbeginn. Wer kennt es nicht? Noch bevor sich „klammheimlich„ das erste Weihnachtsgebäck in den Supermärkten eingeschlichen hat, werben die großen Discountermärkte bereits mit Vertikutierer, Laubbläsern oder Heckenscheren. Der Spätsommer ist mitten in seinem Endspurt und die zuvor sonnenbefluteten und warmen Tage ergeben langsam, aber immer spontaner, ein Wechselspiel aus Schauern und leicht böigen Winden.

 

 

Bei Lith an der Maas in der niederländischen Provinz Noord-Brabant steige ich in meiner Tour ein. Auch heute bleibt der Himmel nach mehreren Regenschauern wolkenverhangen, aber die Temperaturen sind durchaus noch als sommerlich zu betrachten. Grün – ist die dominierende Farbe und auf einen kleinen Deich fahre ich der Maas entlang in Richtung Maren-Kessel. Vom Deich abwärts oder auf dem Deich selbst, passiere ich viele ältere Häuschen, die liebevoll restauriert worden sind. Feldblumen und Topfpflanzen schmücken die Eingänge im Detail und im Hintergrund sorgen Ballhortensien für die typische Hauptbepflanzung.

 

 

Ein kleiner Abstecher zur Maas zeigt, wie lange die Sonne den fruchtbaren Boden bestrahlt hat. Beeren, Stauden, Gräser und Wildpflanzen ergeben im Mix ein besonders harmonisches Bild und der Duft zwischen den Regenschauern hat auch eine ganz besondere Art an sich, den man fast nicht beschreiben kann.

 

 


Schnurgerade oder verspielt kurvig sind die Wege, auf denen ich fahre. Ich passiere Maren-Kessel. Die Landschaft verändert sich nun zu offenen Feldpassagen. Der sehr böhige Wind ist nun mein Ersatz für ein bergisches Land und ich merke, wie kräftig er an meiner Kondition nagt. Verteilt liegen hier die Bauernhöfe und kleine Bewässerungen laden zu diversen Brückenfahrten ein.Rosmaalen
ist ein recht junges Dorf und gilt als Vorort von ´s Hertogenbosch. Eine „arme Menschen Siedlung“ ist es nicht, denn ein kleiner See mit dem Namen „de Groote Wielen“ ist quasi Bestandteil des Ortes. Die Häuser liegen größtenteils auf Wasser und so ziemlich jeder Haushalt hat im „Wassergarten“ ein geparktes Boot. Betrachtet man die Ortschaft vom „Festland“, so fällt schnell auf, dass der PKW Verkehr überwiegend mit Tesla Fahrzeugen umgesetzt wird. Wer kann – der kann! Der Radverkehr hat in Rosmaalen jedoch absolute Priorität. Die ganze Verkehrsführung steht im Zeichen der Radfahrer. Autos müssen warten und das fast an jeder Kreuzung. 

 

 

 

 

Von Rosmaalen aus in Richtung Alem wird es nochmals richtig ländlich. Auf dem Teilstück fällt mir auf, dass hier viel Hobbygärtnerei betrieben wird. Am Wegesrand stehen oft Produkte aus den Gärten die erworben werden können. Auch die erste kleine Karre mit Kürbissen macht mir bewusst, dass der Herbst bald endgültig Einzug erhält.Mit einer kleinen Auto und Radfahrer- Fähre passiere ich nicht nur die Maas, sondern auch die Provinz. Aus Noord-Brabant wird jetzt Gelderland. Ich durchquere die Ortschaften Alem und Rossum und komme am Kanal von St. Andries an.

 

 

 

An dieser Engstelle, wo sich Maas und Waal fast berühren stellt der Kanal eine Verbindung beider Flüsse zur Verfügung. Und versteckt dahinter, das Fort Nieuw St. Andries.

 

 

 

 

Das Fort Nieuw St. Andries sollte früher den Schutz beider Wasserwege übernehmen. Kurz vor Beginn des 2. Weltkrieges wurde an der Ostseite des Forts eine Kasematte für Kanonen und Maschinengewehre errichtet. Während des 2. Weltkriegs war zunächst eine kleinere Abteilung der Luftwaffe in dem Fort untergebracht. Später nutzten Teile der Infanteriedivision das Fort. Im April 1945 sprengten die Deutschen das Fort. Zurück blieb die Ruine, auf dem die niederländische Armee während des Kalten Krieges einen Beobachtungsturm zur Luftraumüberwachung baute. Der Turm, sowie das ganze Gelände ist begehbar und bieten je Standort eine wunderschöne Sicht. Am Fuße des Turmes oder besser gesagt auf dem Weg neben des Turmes befindet sich auch das Hadwin & Stopher Kriegsdenkmal für vier gefallene englische Soldaten. 1999 wurde das Bronze-Monument(Ein Kopf mit Helm) enthüllt. 2012 wurde es gestohlen und durch weniger attraktiven Material Cortenstahl) ersetzt.

 

 

 

 

Kommt man über die langen Deichstraßen an Heerewaarden vorbei, kann man auch erkennen, dass der Obstanbau hier der Viehzucht vorgezogen wird. Die Maas öffnet sich hier an 2 Stellen und in der Mitte befindet sich der Lithse Ham – See, ein durch Sandgewinnung entstandener See, der heute als Erholungsgebiet dient. Die Landschaft rund um den verstecketen Lithse Ham – See, sowie die Aussicht von den Deichen ist eine wahre Pracht!

 

 

 

 

Mit der 2.ten Fährenfahrt erreiche ich wieder die Provinz Noord-Brabant und komme nach Überquerung fast punktgenau wieder an meinem Startpunkt aus.

 

 

 

 

Fazit: 

Die Deich- und die Flusslandschaften hier in der Region bieten dem Radfahrer schon ein einmaliges Erlebnis. Fast ausgeschlossen vom direkten PKWVerkehr konnte ich heute trotz Regenjacke und bewölktem Himmel eine wunderschöne Tour erleben. Mir haben besonders die vielen Kanäle gefallen und der Umgang der Lebensräume mit dem Wasser. Eine Tour im Spätsommer wo die Natur sich auf dem Herbst vorbereitet.

 

 

Gesamtstrecke: 49.48 km
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