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Der Werwolf von Bedburg – MTB Tour

Der Werwolf von Bedburg. >>Vom Werwolf erzählt man nicht leichthin wie vom Märchen, das nach der stillschweigenden Vereinbarung zwischen Erzähler und Hörer den Charakter einer Fiktion hat, das zum Optimismus, zum guten Ausgang und zur bewältigten Herausforderung neigt. Das Märchen unterhält gerade deswegen, weil sich Weisheit in seinem Stoff verbirgt. Es ist ein Spielfeld der Wünsche und Hoffnungen. Was zu Beginn noch verwirrend erscheint, liegt am Ende klar und offen da. Im Gegensatz dazu verlangt die Sage vom Erzähler und Hörer den Glauben an die Wirklichkeit des Erzählten, zu dem ungebrochen auch das Jenseitige und Mythische gehört, das in das Leben des Menschen hereinbricht. Sie erzählt zumeist vom misslungenen Versuch, von der Normverletzung, vom erschreckenden und oft tödlichen Ausgang und neigt nicht zuletzt deshalb zum Tragischen. Weil sie Geschehnisse aus dem Erfahrungswissen begreiflich zu machen sucht, setzt die Sage auf den ernsthaften Glauben des Zuhörers, den sie zumeist auch mit einer einleitenden Beglaubigungsformel zu festigen sucht. << (Quelle: Elmar M. Lorey )

 

 

Am Agatha-Tor im Ortsteil Alt-Kaster, südlich des überregional bekannten Braunkohle-Tagebaus Garzweiler startete meine kleine MTB Tour zum Werwolf -Stieg. Der Werwolf – Stieg (mit richtigen Namen: Werwolf –  Wanderweg) führt zu den Schauplätzen des historisch verbürgten Werwolfs von Epprath. Der Weg ebnet eine kleine Reise in die Landschaft der Kölner Bucht, und erzählt auf 7 diverse Etappen über den bekanntesten Werwolfprozess im deutschsprachigen Raum.

 

 

In dem Werwolfprozess geht es um den wohlhabenden Bauer Peter Stump, genannt Stubbe, aus dem nördlich von Bedburg gelegenen Weiler Epprath. >>Stubbe wurde der Hexerei angeklagt. Er habe seine Seele dem Teufel vermacht, um einen Gürtel aus Wolfsfell zu erhalten, der ihn in eine blutrünstige Bestie verwandelte. In Gestalt eines Werwolfs terrorisierte er die Umgebung, vergewaltigte Frauen, trieb Inzest mit seiner Tochter und tötete Menschen um sie zu fressen, darunter 13 Kinder, inklusive seines eigenen Sohnes. Nach 25 Jahren der Werwölferei wurde Peter Stubbe gefasst und am 31. Oktober 1589 öffentlich hingerichtet. Durch zeitgenössische Flugschriften verbreitete sich die Geschichte vom „Werwolf von Bedburg“ bzw. dem „Werwolf von Köln“ bis nach Augsburg und London. >>(Quelle: Wikipedia)

 

 

Ob Peter Stubbe jedoch zu Recht verurteilt wurde, kann heute niemand mehr nachverfolgen. Der Einfluss von Religion und Kirche, die unbrauchbaren Quellen der damaligen Justiz und die Leichtgläubigkeit der ungebildeten Menschen, zeigen jedoch, dass inszenierte Prozesse auch in der Vergangenheit keine Seltenheit waren.

 

 

Die Kassler Seen, Waldgebiete, Schloss Bedburg und längst gewichene Ortschaften begleiten mich auf dieser außergewöhnlichen Strecke. Auch wenn der Weg nicht überall perfekt ausgeschildert ist findet man auf der Tour gut zurecht. Hat man sich jedoch genug gegruselt, so findet man in Alt-Kaster ein paar schöne Gaststätten zum einkehren. Das Erfttor bildet im Zentrum den sogenannten Bieräquator! So nennt man scherzhaft die Alt-Kasterer Hauptstraße, da dort über Jahrhunderte die Trennlinie zwischen Alt- und Kölschausschank lag!

 

 

Fazit:

Fazit: Eine interessante Tour, mit einer obskuren Geschichte. Wem die Tour nicht gruselt, dem empfehle ich eine Nachttour – bei Vollmond versteht sich!

 

 

 

 

volle Distanz: 9.53 km
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